Nachbericht Karlotta Netzwerktreffen vom 26.4.2015

Auf dem jüngsten Netzwerktreffen am 26.4.2015 stellte unser Mitglied Birgit Strohscher ihren temporeichen und stringenten Weg in die Selbständigkeit vor – geleitet von den Fragen „Was ist wirklich wichtig gewesen?“, „Wofür braucht man auch Glück?“, „Was ist nach wie vor eine Herausforderung?“.
Im Juni 2014 eröffnete die Klein Nordenderin ihre Freie Kunstakademie Hamburg (FKAHH) mit 200 Gästen. Pünktlich zum Start konnte sie bereits einen gedruckten Katalog präsentieren, in dem 50 Dozenten vielfältige Tages- und Wochenkurse in der Bildenden Kunst, Fotografie und Kreativität anbieten. Die Idee war ihr ein Jahr zuvor im Yoga-Urlaub in Andalusien gekommen: „Als ich von einem Berg über die Landschaft schaute, wusste ich auf einmal, was ich machen wollte: eine Kunstakademie eröffnen“.
Die klare Entscheidung beflügelte Birgit Strohscher bei ihrem weiteren, zielgerichteten Vorgehen: Sie kündigte zum Jahresende ihren Job und bereitete sich parallel auf ihre künftige Selbständigkeit vor. Mit der Unterstützung ihres Mannes gelang ihr auch der Balanceakt, gleichzeitig geeignete Mieträume für die Akademie zu suchen und den Antrag auf Gründungszuschuss auszustellen. Der unabdingbare Businessplan sei zwar „mühsam, aber sehr wichtig“ gewesen, sagt sie zurückblickend. Zum Beispiel habe er sie davor bewahrt, zu große Räume anzumieten, die sie vielleicht in ein paar Jahren nicht bezahlen könnte.
Aufregende Wochen und Monate verbrachte sie mit der Auswahl von Dozenten, Honorarverhandlungen und Kooperation mit einem Kunstgroßhandel. Da sie selbst künstlerisch tätig ist, kennt sie sich in der Materie aus. Jetzt ist sie seit knapp einem Jahr dabei und hat sogar Anmeldungen aus der Schweiz, nachdem es anfangs nicht sofort lief. Obwohl sie optimistisch in die Zukunft schaut, hat sie Durchhänger und Zweifel – wie alle Selbständigen – in dieser Zeit kennengelernt. „Es ist natürlich kein Selbstgänger, aber es ist das, was ich will“, resümierte sie zufrieden.